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Mehr als zehn Jahre hinter der Kamera: Wie aus UNTOLD DPM ein dokumentarisches Langzeitarchiv wurde

Autorenbild: UNTOLD DPM INSIGHTS
UNTOLD DPM INSIGHTS
7. Okt.
3 Min. Lesezeit

30 Episoden, elf zusätzliche Archivproduktionen (Deleted Scenes) und hunderte Stunden Material: UNTOLD DPM („Die Pornomacher“) dokumentiert seit mehr als einem Jahrzehnt Menschen aus der Erotik- und Erwachsenenbranche. Jetzt wird das gesamte Archiv erstmals gebündelt zugänglich – während sich die dritte Staffel international öffnet.

Was passiert, wenn eine Kamera nicht nur für einige Tage bleibt, sondern immer wieder zurückkehrt?

Bei UNTOLD DPM ist aus einzelnen Drehs über die Jahre ein umfangreiches dokumentarisches Archiv entstanden. Die Serie begleitet Menschen aus der Erotik- und Erwachsenenbranche in unterschiedlichen Phasen ihres beruflichen und privaten Lebens – bei Entscheidungen, Wendepunkten, Beziehungen, Konflikten und Veränderungen.

Dabei steht nicht Pornografie als Spektakel im Mittelpunkt. UNTOLD DPM interessiert sich für die Menschen hinter den öffentlichen Bildern einer stark stigmatisierten Branche.

Die Frage dahinter ist einfach: Wie viel von dem, was wir über diese Menschen zu wissen glauben, entspricht ihrer tatsächlichen Lebensrealität – und wie viel basiert auf Vorurteilen?


UNTOLD DPM Filmplakat

Wenn die Kamera Teil des Hintergrunds wird

UNTOLD DPM arbeitet im Fly-on-the-Wall-Stil. Situationen werden möglichst unmittelbar begleitet, ohne sie für die Kamera herzustellen.

Gerade die Dauer der Arbeit verändert dabei die Beziehung zwischen Kamera und Protagonisten.

„Wenn man Menschen nur wenige Tage begleitet, ist die Kamera noch sehr präsent und beeinflusst ihr Verhalten“, sagt Filmemacher und Fotograf Sahin Dellemann. „


Über Jahre wird sie Teil des Hintergrunds. Genau dann beginnt man, nicht nur die Person vor der Kamera zu sehen, sondern den Menschen dahinter.“

Das zeigt sich besonders dort, wo frühere Entscheidungen später eine neue Bedeutung bekommen. Menschen tauchen erneut vor der Kamera auf. Karrieren verändern sich. Beziehungen entstehen oder enden. Manche schlagen völlig andere Lebenswege ein.

So erzählt die Serie nicht nur davon, was in einem bestimmten Moment passiert, sondern teilweise auch davon, was daraus geworden ist.

Luisa: Selbstbestimmung und gesellschaftliche Erwartungen


LUISA aus der ersten Staffel der Dokuserie

Eine dieser Geschichten ist die von Luisa, einer Kunststudentin aus München.

Vor der Kamera beginnt sie, ihre eigene Entscheidung zu hinterfragen und darüber zu sprechen, warum weibliche Sexualität gesellschaftlich noch immer unterschiedlich bewertet wird. Dabei geht es um Reaktionen ihres Umfelds, familiäre Erwartungen, Selbstbestimmung und die Frage, warum persönliche Entscheidungen so schnell von außen beurteilt werden.

Aus dem Gespräch entwickelt sich eine persönliche Selbstanalyse, bei der sichtbar wird, dass diese Fragen für Luisa nicht abstrakt sind. Sie betreffen unmittelbar ihr eigenes Leben und ihr Selbstbild.


Wolf Wagner: Ein ungewöhnlicher Karrierebogen

Eine völlig andere Geschichte erzählt die Serie mit Wolf Wagner.

Sein Weg führte vom Journalismus über Reality-TV und Management bis zum Pornoproduzenten. UNTOLD DPM begleitete innerhalb von rund einem Jahr zentrale Stationen dieser ungewöhnlichen Karriere – vom Einstieg in die Branche bis fast zu ihrem Ende.


Wolf Wagner im Büro während der Filmarbeiten

Gerade solche unterschiedlichen Lebenswege machen deutlich, warum sich UNTOLD DPM weniger als klassisches Branchenporträt versteht. Die Erotikbranche bildet den Rahmen. Die eigentlichen Geschichten handeln von Entscheidungen, Identität, Ambitionen, Beziehungen und den Konsequenzen, die daraus entstehen.


Eine stigmatisierte Branche als Beobachtungsraum

Kaum ein Bereich ist gleichzeitig so öffentlich präsent und mit so vielen gesellschaftlichen Annahmen verbunden wie die Erotik- und Erwachsenenbranche.

Genau deshalb ist dieses Umfeld dokumentarisch interessant.

Was macht Stigmatisierung mit Menschen? Wie verändert öffentliche Wahrnehmung das Selbstbild? Was geschieht, wenn private Entscheidungen plötzlich gesellschaftlich bewertet werden?

UNTOLD DPM versucht darauf keine fertige Antwort zu geben.

Die Serie beobachtet. Die Interpretation bleibt beim Publikum.


Erstmals das vollständige Archiv

Das über mehr als zehn Jahre entstandene Material wird inzwischen erstmals vollständig auf UNTOLD-DPM.com zusammengeführt.

Neben den 30 Episoden der ersten beiden Staffeln umfasst das Archiv elf weitere Produktionen: Deleted Scenes, weiterführende Geschichten und teilweise nahezu eigenständige Kurzdokumentationen.


Einige dieser Aufnahmen waren ursprünglich nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen oder blieben unvollendet. Heute ergänzen sie die beiden Staffeln und zeigen weitere Seiten des Projekts.



Der Zugang zum vollständigen Archiv erfolgt über eine Mitgliedschaft. Kostenlose Teaser und Ausschnitte erscheinen weiterhin auf Instagram, YouTube und X. Auf Instagram erreichten die Inhalte innerhalb von drei Monaten knapp drei Millionen Aufrufe; auf YouTube bislang rund eine Million.

Staffel 3 öffnet sich international


Während die ersten beiden Staffeln überwiegend in Deutschland entstanden, verändert sich mit Staffel 3 der geografische Blick der Serie.

Neue Geschichten entstehen zunehmend international und auch in englischer Sprache. Gleichzeitig werden bestehende Episoden für ein englischsprachiges Publikum synchronisiert.

Kary Hunt eine amerikanische Produzentin die in Europa lebt.
Karyn Hunt in Staffel 3

Damit entwickelt sich UNTOLD DPM weiter: von einer überwiegend deutschen Langzeitdokumentation zu einem international ausgerichteten Dokumentarprojekt.

Nach mehr als einem Jahrzehnt bleibt der Kern jedoch derselbe.

Eine dokumentarische Serie über eine Welt, die jeder kennt – aber kaum jemand versteht.

 
 
 

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